Zahnfüllungen aus Kunststoff

Zahnfüllungen aus Kunststoff

Autor: Dr. Guido Szostak
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:

Jeder Patient sollte sich, bevor er die Entscheidung trifft, seine Zähne mit zahnfarbenen Füllungen versorgen zu lassen kurz folgende Gedanken machen: 1. Wie haltbar soll die Füllung sein? 2. Was ist für mich persönlich wichtig? Kariesfreie Zähne sind übers Jahr gerechnet nicht teurer, als ein Frisörbesuch. Sind mir gesunde und schöne Zähne das wert?

Die Frage ist einfach, inwieweit Sie sich von irgendjemandem Vorschriften machen lassen wollen, was für Ihre Gesundheit gut und richtig ist, oder ob Sie sich einfach informieren und sich dann persönlich für das beste Angebot entscheiden.

Die Möglichkeiten sind im folgenden näher erläutert:

Das Amalgam: Hier gibt es die meisten Diskussionen, d.h. Pro und Contra ohne Ende. Die Experten streiten, ob die Mischung aus Quecksilber, Silber, Zinn und Zink gesundheitliche Probleme verursacht oder nicht. Sensibler Umgang ist angesagt: Einschränkungen bestehen aus vorsorglichem Gesundheitsschutz bei Kindern unter 6 Jahren, bei werdenden Müttern und bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die Entsorgung der Rückstände dieses Materials wird in den deutschen Zahnarztpraxen mit extrem hohem und kostenintensivem Aufwand betrieben. Die Haltbarkeit beträgt viele Jahre, die Ästhetik ist bei der Farbe silber-grau Nebensache und Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen.

Die Zemente (z.B. Glasionomerzement, Zinkphosphatzement): Diese Materialien sind als eine Art Übergangslösung für definitive Füllungen einsetzbar. Sie sind nicht lange haltbar, werden leicht ausgewaschen (und daher mit der Zeit tiefer, bei Belastung entstehen durch die Kaukraft Risse, Brüche und Randspalten. Spätestens nach 2 Jahren sollten diese Füllungen wieder erneuert werden. Sehr gut anzuwenden ist dieses Material als Unterfüllungen unter anderen Füllungen.

Die gefüllten Kunststoffe (daher auch Composites genannt bestehen aus 60-70% besonders harter Glas- und Quarzteilchen und zu 30-40% aus einer organischen Matrix, den Kunststoffen. Die zunächst weiche Mischung wird mit blauem Speziallicht im Zahn gehärtet. Eigenschaften sind ihre sehr gut an die Zähne anpassbare Farbe und gute Verträglichkeit. Sie sollten vorzugsweise im Frontzahnbereich und bei kleineren Defekten im Seitenzahnbereich angewendet werden. Es gibt jedoch in dieser Gruppe deutliche Unterschiede: einerseits „einfachen“ Kunststoffe mit einer Haltbarkeit von 3-4 Jahren und andererseits sogenannte „Composite-Mehrschichtfüllungen“ mit einer Haltbarkeit bis zu 8 Jahren. Dies sind materialbedingt extrem teure Rohstoffe und sie sind für den Zahnarzt sehr zeitaufwändig zu verarbeiten.

Optimal für größere Schäden im Seitenzahnbereich sind Einlagefüllungen, auch Inlays genannt, aus Gold, Keramik oder speziell gehärtetem Kunststoff. Sie können im zahntechnischen Labor hergestellt werden, neuerdings gibt es jedoch die Möglichkeit, Keramikinlays direkt in der Praxis computergefräst herzustellen ohne lästigen Abdruck und ohne Provisorium. Die durchschnittliche Haltbarkeit beträgt für Keramik und Gold mehr als 15 Jahre. Wer eine hochwertige zahnfarbene Versorgung wünscht, naturgetreu in Form und Farbe, für den ist Keramik sehr gut geeignet.

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