Weiße Zähne

Weiße Zähne

Autor: Dr. Christoph Blaschke
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:

Strahlend weiße Zähne sind für viele ein erstrebenswertes Schönheitsideal. Aber wie bekommt man hellere Zähne? Beim Bleichen (bleaching) der Zähne geht es nicht um die Methode, mit Verblendkronen oder Keramikverblendschalen (Veneers) die Zähne teilweise zu ersetzten und damit die Farbe der Zähne neu zu bestimmen, wie viele Hollywoodstars es vorgemacht haben.

Oft kann man schon durch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt eine deutliche Aufhellung durch Entfernung hartnäckiger Ablagerungen von Kaffee, Tee, Nikotin etc. erreichen. Dies geschieht mechanisch und schonend z. B. durch rotierende Bürstchen oder sogenannte Pulverstrahlgeräte (Air-Flow®).

Beim Bleichen wird eine Paste oder ein Gel auf die Zähne aufgetragen oder in die Zähne eingebracht. Dort muss es über eine bestimmet Zeit einwirken, dabei werden Farbstoffe durch aktiven Sauerstoff aus der Zahnsubstanz herausgebleicht. Sogar dunkel gewordene oder nach Unfällen verfärbte Zähne können so in ihrer Farbe wieder aufgefrischt werden.

Nach Wurzelbehandlungen, die allerdings abgeschlossenen sein müssen, noch verbliebene Verfärbungen können von innen heraus gebleicht werden. Das setzt voraus, dass beim Zahnarzt ein Bleichmittel in den Zahn eingebracht und der Zahn anschließend für die Einwirkdauer dicht verschlossen wird.

Sollen mehrere Zähne aufgehellt werden, lässt Ihr Zahnarzt eine individuelle Kunststoffschiene herstellen, die mit einem Bleichgel beschickt wird. Je nach Konzentration dieses Mittels wird die Schiene unter Aufsicht in der Praxis kurz getragen oder man nimmt diese mit einem geringer konzentrierten Präparat nach Hause und kann sie ein Mal am Tag für ca. 2 Stunden über einen Zeitraum von 1-6 Wochen tragen. Sowohl die Tragedauer als auch der Erfolg der Therapie können von Patient zu Patient unterschiedlich sein.

Durch die aktuellen Aufhellungsmittel entstehen, außer gelegentlich auftretenden und vorübergehenden Überempfindlichkeiten, keine weiteren Nebenwirkungen für die Zähne.

Empfohlen wird allerdings eine zusätzliche Fluoridierung mittels Gelen oder Lacken.

Nach Abschluss des Bleichens kann man ein stabiles Ergebnis über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren erwarten. Sollte der Aufhellungseffekt sich im Laufe der Zeit verringern, kann erneut gebleicht werden.

Aber Achtung: vorhandene Füllungen, Verblendungen von Kronen und Brücken, seien sie aus Kunststoff oder Keramik, werden nicht aufgehellt. Dadurch können vorher unauffällige Füllungen und Verblendungen nach dem Bleichvorgang sich deutlich dunkler von der Zahnsubstanz oder den Nachbarzähnen abheben. Sollen diese den aufgehellten Zähnen angepasst werden, ist mit erheblichem Behandlungsaufwand und auch Kosten zu rechnen.

Zur Vermeidung von Komplikationen gehört die Durchführung der Aufhellungstherapie auf jeden Fall in die Hände Ihres Zahnarztes. Somit können unvertretbare Risiken durch frei verkäufliche, selbstverordnete Mittel vermieden werden.