Schiefe Zähne müssen nicht sein

Schiefe Zähne müssen nicht sein

Autor: Dr. Markus Heise
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:

Unsere Zähne haben im wahrsten Sinne des Wortes eine eindrucksvolle Stellung. Mehr als uns bewusst ist, beeinflussen Sie die Gesundheit des gesamten Körpers und die Harmonie unseres Gesichts. Sie prägen die Sprache und unsere persönliche Ausstrahlung. Ein perfektes Gebiss schenkt die Natur allerdings nur Wenigen. Doch schiefe Zähne sind kein Schicksal. Kieferorthopädie kann heutzutage einiges bewegen. Sogar Erwachsenen kann geholfen werden, denn Zähne lassen sich zeitlebens bewegen.

Zahnspangen und Klammern sind den meisten von uns ein Begriff. Aber zu einer erfolgreichen Behandlung gehört mehr. Werden Front- oder Seitenzähne in einen wohlgeformten Zahnbogen eingeordnet, verbessert dies die Kaufunktion und ermöglicht eine systematische Zahnpflege zur Vermeidung von Karies und Parodontalerkrankungen. Selbst die korrekte Positionierung von Zähnen vor Erstellung eines hochwertigen Zahnersatzes ist möglich.

Schon früh sind die Eltern gefordert, denn bereits beim Kleinkind werden die Weichen für eine gesunde Gebissentwicklung gestellt. So kann das Daumenlutschen einen offenen Biss verursachen, was das Abbeißen und die Aussprache (Lispeln) verschlechtert. Geben Sie dem Kind besser einen Beruhigungssauger, welcher spätestens mit drei Jahren leichter abgewöhnt werden kann. Funktioniert dies im häuslichen Umfeld nicht, so kann hier der Kieferorthopäde mit einer Mundvorhofplatte helfend eingreifen.

Die Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein frühzeitiger Ausfall eines Milchzahnes kann daher eine Zahnfehlstellung auslösen. Die Nachbarzähne rutschen in die Lücke und verengen so den Platz für den bleibenden Zahn. Eine Klammer wird erforderlich, um dies wieder rückgängig zu machen und alle Zähne einzuordnen.

Der ideale Behandlungsbeginn liegt häufig im Alter von ca. 10 Jahren, da zu diesem Zeitpunkt viel Wachstum bei den Kindern vorhanden ist. In Ausnahmefällen kann auch schon sehr viel eher eine ausgeprägte Fehlentwicklung im Rahmen einer Frühbehandlung korrigiert werden.

In der Kieferorthopädie werden herausnehmbare und festsitzende Geräte eingesetzt. Der Behandlungsapparat wird ausschließlich durch die Zahnfehlstellung sowie die vorgesehene Art der Zahnbewegung bestimmt. Lose Spangen werden individuell aus Kunststoff für den Ober- und Unterkiefer oder für beide Kiefer in einem Stück hergestellt.

Feste Klammern bestehen aus ringförmigen Bändern und einzelnen Brackets. Diese werden direkt auf die Zähne geklebt. Sie übertragen durch die mit den Brackets festverbunden hoch-elastischen dünnen Drahtbögen genau dosierte Kräfte und bewegen so die Zähne. Um ästhetischen Ansprüchen zu entsprechen, kann man diese Klammern sogar weitestgehend unsichtbar gestalten.

Fazit:
Zahnfehlstellungen können in jedem Alter korrigiert werden. Eine altersbedingte Grenze besteht nur für Fehllagen der Kiefer, bei deren Korrektur noch Wachstum vorhanden sein muss. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Zahnarzt oder Kieferorthopäden.