Mundgeruch muss nicht sein

Mundgeruch –
Ein Thema das nur selten angesprochen wird

Autor: Dr. Dirk Bastkowski

Mundgeruch ist für viele Menschen ein Tabuthema. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Als betroffener Patient ist es ihnen unangenehm darüber zu sprechen. Andere wissen nicht, dass sie darunter leiden. Personen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis scheuen sich die Betroffenen darauf aufmerksam zu machen. Dabei ist Mundgeruch eine Krankheit, die in den meisten Fällen leicht und zuverlässig behandelt werden kann.

Tritt dauernder Mundgeruch auf, gilt es zu prüfen, ob Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raumes, Störungen der Verdauungsorgane oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes vorliegen. Bei fehlender Allgemeinerkrankung sollte dann der Zahnarzt aufgesucht werden.

Wie entsteht Mundgeruch?
Mundgeruch entsteht in über 85% der Fälle in der Mundhöhle. Aus diesem Grund sollte Ihr Zahnarzt der erste Ansprechpartner für Sie als betroffener Patient sein.
Mundgeruch bildet sich als Folge von bakteriellen Zersetzungsprozessen. Organische Bestandteile, oftmals Nahrungsreste, werden von bestimmten Bakterien in der Mundhöhle zersetzt. Bei diesen Stoffwechselprozessen entstehen flüchtige Schwefelwasserstoffverbindungen. Diese Gase empfinden wir als unangenehm riechend. Einen optimalen Nährboden finden die Bakterien auf dem hinteren Anteil des Zungenrückens. Aber auch vertiefte Zahnfleischtaschen oder überstehende Füllungs- und Kronenränder bieten Ihnen einen guten Unterschlupf.

Lässt sich Mundgeruch behandeln?
Ist die Ursache für den Mundgeruch erkannt, lässt er sich in den meisten Fällen sicher therapieren. Das Ziel der Behandlung des Mundgeruchs muss die Beseitigung der verursachenden Bakterien sein. Ihr Zahnarzt schafft dazu in der Praxis die richtigen Voraussetzungen. Hierzu gehört unter Umständen die Parodontosebehandlung bei Patienten mit vertieften Zahnfleischtaschen oder die Professionelle Zahnreinigung. Manchmal ist es erforderlich, schlecht sitzende Kronen oder Füllungen auszuwechseln.

Von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Therapie ist aber die stetige häusliche Mundhygiene die insbesondere auch den Zungerücken mit einschließen muss. Der Zungenreinigung kommt beim Mundgeruch eine Schlüsselstellung zu. Ein Grossteil der auslösenden Bakterien sitzt auf dem Zungenrücken. Mit speziellen Zungenreinigern kann dieser leicht und effektiv gereinigt werden. Dies sollte mindestens 2x täglich zusammen mit der Zahnreinigung erfolgen. Mundspülungen können unterstützend eingesetzt werden. Ihr scheinbarer Erfolg bei der alleinigen Anwendung beruht zumeist auf der starken Parfümierung der Atemluft. Vergleichbare Effekte werden mit speziellen Kaugummis und Lutschpastillen die der Handel anbietet erzielt. Ohne die im Vorfeld dargestellten Maßnahmen führt die Therapie nicht zum gewünschten Erfolg.

Wenn diese Punkte Berücksichtigung finden, lässt sich Mundgeruch mit oralem Ursprung sicher behandeln. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Er berät Sie gerne weiter.