Laser in der Zahnheilkunde

Laser in der Zahnheilkunde

Autor: Dr. Sabrina Klümper
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:

Laser sind in der Zahnmedizin keine Neuheit. Seit über dreißig Jahren wird der Laser sowohl in der Medizin als auch in der Zahnmedizin angewandt. Ein Laserstrahl ist im Prinzip ein sehr energiereiches Lichtbündel einer speziellen Wellenlänge.

Trifft ein solcher Lichtstrahl auf Gewebestrukturen (Zahn, Schleimhaut, Zahnhalteapparat), so hinterlässt er dort seine Wirkung. Bei einem Laser handelt es sich nicht um ein Wundergerät mit dem alle zahnmedizinischen Behandlungen durchgeführt werden können. Die Vorteile der Lasertherapie wie berührungsfreies, aseptisches Arbeiten und die geringere Traumatisierung des Gewebes kommen erst in Kombination mit den bewährten Behandlungsgrundsätzen der Zahnmedizin voll zum Tragen.

Die Einsatzgebiete des Lasers in der Zahnmedizin liegen u. a. in der Endodontie (Wurzelkanalbehandlung), der Parodontologie (Behandlung des Zahnfleisches), bei chirurgischen Behandlungen als auch in der Kariesdiagnostik. Bei erkrankten Wurzelkanälen kann nach herkömmlicher Aufbereitung und Behandlung mit dem Laser eine Sterilisation des Wurzelkanals durchgeführt werden. Das heißt, der mechanisch gesäuberte Kanal wird anschließend mit dem Laser keimfrei gemacht, so dass das Risiko einer Infektionsausbreitung in das angrenzende Gewebe durch verbliebene Keime minimiert wird. Entzündungen, die den Zahn bereits umgeben, können sich zurückbilden, so dass u. U. eine Wurzelspitzenresektion vermieden werden kann.

In der Parodontose-Therapie nutzt man den Laser ebenfalls für eine Reduktion der vorhandenen Keime in den erkrankten Taschen oder zum Abtragen von erkranktem Gewebe.

Bei chirurgischen Eingriffen, wie zum Beispiel der Entfernung eines Lippen- oder Zungenbändchens bei Kindern oder einer Schleimhautwucherung gewinnt der Laser eine immer größere Bedeutung. Die Eingriffe können zum Teil schneller und einfacher, vor allem aber ohne Blutung und meistens auch nahtlos durchgeführt werden.

Bei der Kariesdiagnostik ermöglicht der Laser eine berührungslose, schnelle und schmerzlose Untersuchung. Ohne eine kratzende Sonde können frühzeitig Veränderungen am Zahnschmelz wie kleine Entkalkungen festgestellt werden.

Prinzipiell ist auch die Kariesentfernung mit dem Laser möglich. Allerdings können Restaurationsmaterialien gleich welcher Art mit dem Laser nicht entfernt werden, da gefährliche Rauchgase oder Dämpfe entstehen können. Die Ausarbeitung von neuen Füllungen kann ebenfalls nur mit den bekannten „Schleifern“ durchgeführt werden.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Ihr Zahnarzt gerne zur Verfügung.