Füllungen aus dem Computer

Füllungen aus dem Computer

Autor: Dr. Rüdiger Mintert
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:

Amalgam- und Kunststofffüllungen, sowie Einlagefüllungen aus Gold oder Keramik haben für ihre Einsatzbereiche jeweils Vor- und Nachteile.

Im Gegensatz zu Amalgamfüllungen passen sich Kunststofffüllungen dem Zahn in der Farbe perfekt an, mit beiden Werkstoffe lassen sich aber auch nur Defekte bis zu einer bestimmten Größe verschließen. Mit Einlagefüllungen aus Gold lässt sich ein hohes Maß an Haltbarkeit und Funktionalität erreichen, allerdings mit eingeschränkter Ästhetik. Mit Einlagefüllungen und Zahnersatz aus vollkeramischen Materialien wird neben dem Wunsch nach Langlebigkeit und guter Funktion auch die Vorstellung von nahezu perfekter Optik erfüllt.

In den achtziger Jahren wurde eine Gerätekombination entwickelt, die im idealen Fall die Herstellung einer keramischen Füllung ohne den üblichen Abdruck erlaubt. Dazu wird von dem defekten Zahn im Munde des Patienten mit einer Camera ein Bild aufgenommen und in den Computer übertragen.

Der Zahnarzt kann jetzt direkt am Computerbildschirm eine passenden keramische Einlagefüllung, ein Inlay, oder Onlay oder eine Krone konstruieren. In etwa 20 Minuten wird dann über eine vom Computer gesteuerte Fräseinheit die Restauration aus bereits vorgefertigten Keramikblöcken angefertigt. Bei günstigen Bedingungen kann unter Verzicht auf einen 2. Behandlungstermin die Keramikrestauration dann einprobiert werden und direkt mit moderner adhäsiver Klebetechnik an der noch vorhandenen Zahnhartsubstanz befestigt werden. Die Kaufunktion kann sofort wieder aufgenommen werden.

Die optischen und physikalischen Eigenschaften sind der natürlichen Zahnsubstanz in Druckfestigkeit, Wärmeleitung und Abrieb sehr ähnlich und sind außerdem geschmacksneutral. Da kein Metall als Stützgerüst vorhanden ist, besitzt Vollkeramik ein hohes Maß an Biokompatibilität. Selbstverständlich können alle beschriebenen vollkeramischen Restaurationen auch in durch ein zahntechnische Labor erstellt werden.

Fragen Sie doch ihren Zahnarzt.