Tipps für Ihre Mundgesundheit
Autor: Dr. Dirk Boeddinghaus
erschienen in den Herner Sonntagsnachrichten:
Autsch! Ungefähr 22 Prozent aller Deutschen leiden unter sensiblen Zähnen. Rund 1,4 Millionen Männer und Frauen kennen den „ blitzartigen Schmerz “, wenn ihre Zähne mit heißen oder kalten Getränken in Kontakt kommen. Auch Süßes und Saures lässt sich nicht mehr richtig genießen, weil die Zähne mit Schmerz reagieren. Sind keine kariösen Defekte an den Zähnen vorhanden,
liegt die Ursache in freiliegenden Zahnhälsen als Folge von zurückgegangenem Zahnfleisch.
Bei älteren Patienten oder auch durch abrasive Putztechniken kann es vorkommen, dass sich der Zahnschmelz, der schützend über dem Dentin liegt, stark abgenutzt hat. In beiden Fällen fungieren die nun offenliegenden, feinen Dentinkanälchen als Reizleitung zum Nerv. Wenn dann noch das Zähneputzen mit Schmerz verbunden ist und deshalb die Reinigung nur unvollkommen durchgeführt wird, beginnt ein Teufelskreis, an dessen Ende dann häufig ernsthafte Zahn- und Zahnbetterkrankungen stehen.
In leichten Fällen kann durch Verwendung von speziellen Zahnpasten mit unterschiedlichen Wirkstoffen ( z.B Fluoride oder Kaliumchlorid) eine Linderung erzielt werden.
Das Auftragen von fluoridhaltigen Lacken auf die gereinigten und getrockneten Zahnoberflächen in der Zahnarztpraxis war bis vor kurzer Zeit die effizienteste Maßnahme zur Linderung der Beschwerden. Doch auch diese Behandlung war mitunter nicht in der Lage die Überempfindlichkeit befriedigend und vor allem dauerhaft zu beseitigen.
Eine relativ neue Behandlungsmethode stellt die Versiegelung der freiliegenden Zahnhälse mittels sogenannter Dentinadhäsive dar. Dies sind flüssige transparente kunststoffartige Lacke, welche nach dem Auftragen in die offenen Dentinkanälchen einziehen und diese verschließen. Als besonders effizient haben sich Lacke erwiesen, die durch Lichthärtung auf der Zahnoberfläche verankert werden. Durch diese wird auch einem weiteren Abtrag des relativ weichen Dentins für ca.6 Monate vorgebeugt.
In jedem Fall ist es aber wichtig, dass die bereits abgescheuerten Zahnhälse nicht weiter durch falsches Putzen (Schrubbtechnik und zu hoher Anpressdruck) mit zu harten Borsten geschädigt werden.